Recommended Reads KW 24: On-Demand Economy – jetzt, sofort!

Simone Lackerbauer


Neben der weitreichend besprochenen Sharing Economy (z.B. von Jeremy Rifkin auf der #WIPHH, wir berichteten) betritt ein weiterer Begriff die Bühne der Modelle für die neue Arbeitswelt: On-Demand Economyden wir auf Facebook auch kurz aufgriffen. „On-Demand“ bedeutet dabei zunächst einfach nur „bei Bedarf“ (z.B. TV oder Video On Demand). Doch seit Uber 2009 mit privaten Fahrern das Taxigewerbe erstmals infrage stellte, hat sich „On-Demand“ zu einem Paradigma der beschleunigten Gesellschaft entwickelt: Lebensmittel werden nach Online-Bestellung teilweise am selben Tag geliefert, Reinigungsdienste oder persönliche virtuelle Assistenten können bedarfsweise online gebucht werden – Services aus dem realen Leben werden mit nur ein paar Klicks verfügbar.

Die Arbeiter am anderen Ende der Leitung sind Minijobber oder Freiberufler (im Online-Bereich auch Clickworker genannt), die ebenfalls „bedarfsweise“ arbeiten – wenn sie gerade Zeit und Lust haben, kleine Aufträge anzunehmen. Zugespitzt wird das Prinzip in an den früheren Hausbutler erinnernden Services: The ‚On-Demand Economy‘ Is Reshaping Companies And Careers, berichtet zum Beispiel The Economist, und nennt ein Unternehmen namens HANDY: The company finds its customers self-employed home-helps available in the right place and at the right time. In Deutschland berichtete die Süddeutsche über das Start-Up James, bitte, das ein ähnliches Modell verfolgt (ebenso GoButler) – mit noch kleinteiligeren Aufgaben und möglichst schnellen Resultaten; jüngst erhielt das deutsche, aber in Deutschland nicht verfügbare Postmates eine Finanzspritze, Amazon bietet Same-Day Delivery in den USA an – und den Dash Button gab es dieses Jahr ja auch noch.


Das „ich will es jetzt, sofort!“ der ungeduldigen High-Speed-Gesellschaft eröffnet diesen Unternehmen eine lukrative Marktnische – und sagt auch viel darüber aus, wie sich große Firmen künftig unter Umständen dem Diktat der Schnelligkeit beugen müssen, um mithalten zu können. Oder warten Sie etwa gerne sechs Wochen auf Ihren Internetanschluss, drei Wochen auf einen Import aus Übersee? Aber wie gesund ist diese Einstellung und wie wird sie die Arbeit der Zukunft beeinflussen? Ist sie fruchtbar für neue Geschäftsmodelle, oder verdrängt sie traditionelle Unternehmen, die mit diesen Entwicklungen nicht Schritt halten können? Die Antworten auf diese Fragen werden sich erst mit der Zeit ergeben; einige Denkanstöße zum Abschluss finden Sie hier auf Medium.com, wo Martin Mignot von 10 Things I Learned At The On-Demand Conference berichtet, die – natürlich – in San Francisco stattfand.