Recommended Reads KW 17: Was ist eigentlich ein Überpreneur?

Simone Lackerbauer


Ein neues Modewort macht seit 2014 die Runde in Blogs und auf Bücher-Bestsellerlisten – es lautet: Überpreneur. Was sich sehr Deutsch anhört („über“), ist in Wahrheit eine US-amerikanische Erfindung der beiden Autoren Peter Andrews und Fiona Wood, die dazu im Januar letzten Jahres ein Buch veröffentlichten.

Der Titel „Überpreneurs: How to Create Innovative Global Businesses and Transform Human Societies” erzählt von der Entstehung einer neuen Kategorie des Entrepreneurship: „Wie man innovative globale Unternehmen gründet und menschliche Gesellschaften transformiert.“ Die 36 vorgestellten Protagonisten sind Gründer, die mit ihren Unternehmungen die großen und unlösbaren Probleme der Menschheit angehen: „Wie werden wir 9 Milliarden Menschen ernähren? Den Klimawandel angehen? Ökonomische Krisen überwinden? AIDS ausmerzen?“ Dass sie mit ihren Geschäftsideen nicht nur Profit erwirtschaften, sondern die Welt verbessern wollen, ist nämlich das Erkennungsmerkmal des Überpreneurs. Noch ist das Thema allerdings eine Nische – nicht einmal Wikipedia kennt bisher den Überpreneur.

 

Eine Rezension des Buches wurde im August auf der australischen ABC-Webeite veröffentlicht: Meet the überpreneurs making billions and changing the world. Der Service getAbstract.com bietet für Interessierte mit wenig Zeit ein PDF-Summary an. Auf der Website zum Buch, uberpreneurs.com, stellen die Autoren den Übercast vor – also die Liste der 36 Figuren, die es in das Ranking geschafft haben. Je neun gehören zu diesen vier Kategorien: Big Business, High Technology, Happy People, Better World; bekannte Figuren wie Jeff Bezos und Oprah Winfrey finden sich dort ebenso wie eher unbekannte, global agierende Unternehmer.

 

Die Liste ist unvollständig und das Buch ist zu sehr bemüht, einen gerechten Mix zwischen schillernden Persönlichkeiten und Akteuren im Hintergrund vorzuweisen. Überpreneurship ist an sich keine revolutionäre Neuigkeit – nur eine Stufe größer als das Social Entrepreneurship und mit größerem wirtschaftlichem Spielraum als die NGOs.

 

Ein paar weitere Denkanstöße zum Unternehmertum, das die Welt verändert, liefert Forbes: You Can’t Change The World By Thinking Small: 3 Ways To Change Your Mindset und How Business Leaders Can Team Up With Social Entrepreneurs To Change The World (Ähnliches schreibt auch DW.de)– und TriplePundit liefert drei Tipps für den bereits erfolgreichen Unternehmer, wie er sich als Philanthrop betätigen und den ersten Schritt in Richtung Social Entrepreneurship wagen kann.

 

Alles in allem ist Überpreneurs aber keine schlechte Idee, um sozialem Engagement in der Wirtschaft einen neuen Anstrich und ein gewisses Sex-Appeal zu verleihen.


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